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Die Kellnerinnen fliegen durch die Räume, servieren Spargel und Scholle, Lammrücken und Ochsenlende. Die Gäste haben sich fein gemacht, tragen ihre besten Pullover, Blusen, Anzüge und Jacketts. Sie lassen es sich schmecken, reden laut miteinander, lachen – und ahnen dabei meist gar nicht, wo sie sich befinden. Ja, klar, im Restaurant „Hoheluft“ in Buchholz-Meilsen. Aber das „Hoheluft“ ist nicht einfach nur irgendein Restaurant, im dem es an diesem sonnigen Apriltag beste Landküche gibt. Es ist das Restaurant, in dem sich vor genau 70 Jahren Historisches ereignete. Ein Hamburger Schicksalsort.

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„Ach, das ist ja nun schon lange her“, sagt Heinrich Heitmann. Er ist ein groß gewachsener Mann in kariertem Hemd und Hornknopf-Jankerl, 67 Jahre alt. Gemeinsam mit Sohn Axel leitet er das Restaurant „Hoheluft“, er ist jeden Tag hier, seit 47 Jahren schon, heute auch. Er beobachtet Kellner und Gäste, kontrolliert, dass alles gut läuft und ist viel zu beschäftigt, um über Ereignisse von vor 70 Jahren zu reden. Schließlich ist er Chef eines Restaurants und nicht der Direktor eines Museums.

Doch wenn die Gäste dann weg sind, wenn er dann doch einmal Zeit zum Reden hat, dann hat Heinrich Heitmann einiges zu erzählen. Über sein Restaurant und darüber, was hier vor 70 Jahren geschah. Denn damals – im Frühjahr 1945 – wurde hier in seinem Gasthof „Hoheluft“ die Stadt Hamburg vor der vollständigen Zerstörung bewahrt. Hier begannen damals die Verhandlungen über die Kapitulation der Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wie, das beschreibt Uwe Bahnsen in seinem gerade erschienenen Buch „Hanseaten unter dem Hakenkreuz – die Handelskammer Hamburg und die Kaufmannschaft im Dritten Reich“: Es war der 29. April 1945. Der Lazarett-Leiter Professor Hermann Burchard machte sich mit Albert Schäfer und Otto von Laun von Harburg aus mit einer weißen Fahne auf, hinter die Stadtgrenze Hamburgs. Gen Süden. Dorthin, wo die Briten waren. Burchard leitete das Behelfskrankenhaus in den Phönix-Gummiwerken in Harburg, Schäfer die Fabrik. Von Laun war junger Offizier und hatte sich als Übersetzer der Mission angeboten, die mit der Bitte um die Verschonung des Lazaretts begann und mit der Einwilligung in die Kapitulation und damit der Rettung Hamburgs endete.

Nur die wenigsten wissen heute noch, dass im „Hoheluft“ über das Schicksal der Hansestadt verhandelt wurde. Und das soll auch so bleiben, wenn es nach den Heitmanns geht. Leise wollen sie mit der Historie umgehen, das findet nicht nur Restaurant-Chef Heinrich Heitmann, sondern auch sein Sohn und Junior-Chef Axel Heitmann, 42. Ein Kapitulationsmenü findet sich auf der Karte nicht, kein Surrender-Steak und kein Captain’s Tea. Für den 29. April haben die Heitmanns noch nie mit einem Gedenkessen gelockt und darum geworben, möglichst frühzeitig zu reservieren für dieses denkwürdige Datum. Marketing mit der Kapitulation? „Ach, nein, das wollen wir nicht“, sagt Heitmann und wirkt fast peinlich berührt.

Er und sein Vater gehen sehr diskret mit der historischen Bedeutung des Hauses um. Auf den Visitenkarten, die sie sich haben drucken lassen, steht schlicht „Gastfreundschaft mit Geschichte“. Und manchmal laden sie Schulklassen ein, damit die Kinder etwas über die Geschehnisse von damals lernen. „Tausende wären damals gestorben, hätte Hamburg nicht kapituliert“, sagt Heitmann senior dann zu den Schülern, „und an diesem Tisch begannen die Gespräche“.

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Abgesehen von den Treffen mit diesen Schulklassen, reden die Heitmanns nur selten mit ihren Gästen über die Ereignisse von 1945. Außerdem haben sie ihr Gasthaus komplett renoviert; nun sind die Deckenbalken hellgrün lackiert, die Wände weiß, die Bohlen aus heller Eiche. Auf den Tischen stehen gelbe Tulpen, echte, keine aus Stoff mit Staub darauf. Überall ist es hell und freundlich, gar nicht piefig. Da ist kaum noch etwas, das an früher erinnert.

Nur in einer Ecke des Gastraumes gibt es ein paar Hinweise auf seine Historie: „Tradition“ haben Vater und Sohn Heitmann bei der großen Renovierung in goldenen Buchstaben auf schwarzem Grund schreiben lassen. So, wie neben der Bar am Eingang „Rezeption“ steht. Die Ecke mit dem runden dunklen Holztisch ist die Museumsecke des Gasthauses, auch wenn sie genau das eigentlich gar nicht sein soll. Den 150 Jahre alten Skat-Tisch haben die Heitmanns daher aufarbeiten, das Sofa neu beziehen und die Füße erhöhen lassen. „Die Sitzecke soll ganz normal zu nutzen sein“, erklärt der Senior-Chef. „Zum Beispiel für ein gemütliches Bier.“

Und beim gemütlichen Bier kann man sich dann anschauen, was im Gasthaus vor 70 Jahren geschehen ist, davon erzählen Zeitungsausschnitte und Fotos an der Wand und ein in den Tisch eingelassenes, mit Sütterlin-Schrift beschriebenes Papier: „An diesem Tisch wurden am 29. April 1945 die Kapitulationsverhandlungen durch die Parlamentäre: Dr. h.c. Albert Schäfer, Professor Dr. Hermann Burghard (sic), Dr. Otto R. von Laun und den Captain T.M. Lindsay, Stabsoffizier der 7. engl. Panzerdivision, eingeleitet.“ Stabsarzt Professor Dr. Hermann Burchard sollte mit den britischen Befehlshabern über die Verschonung des Notkrankenhauses verhandeln.

Der Chef der Phönix-Werke Albert Schäfer, Zivilist, schloss sich ihm an – und plante insgeheim, den Briten bei passender Gelegenheit viel mehr anzubieten als er Burchard verriet: die Kapitulation Hamburgs. Dritter im Bunde: der junge Leutnant Dr. Otto von Laun, Jurist und Militärdolmetscher. Er hatte von dem Plan der anderen gehört und sich als Dolmetscher angeboten. Dass das gar nicht nötig sein würde, weil Captain Thomas Martin Lindsay, im Zivilberuf Musikprofessor, perfekt Deutsch sprach, wusste ja niemand.

Manche Besucher schauen sich diese Museums-Ecke dann aber doch genauer an. Das sind dann meist Ausflügler, die vor dem Gasthaus anhalten und die Inschrift auf dem Gedenkstein vor dem Haus lesen: „Am 29. April 1945 begannen in diesem Hause die Verhandlungen über die kampflose Übergabe Hamburgs“. Diese Ausflügler gehen dann hinein, schauen sich das Gasthaus näher an und betrachten eben auch noch die Zeitungsartikel an der Wand und das Sütterlin-Papier auf dem Tisch.

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„Es kommt keiner her, nur um unsere Museums-Ecke anzuschauen“, sagt Juniorchef Axel Heitmann. Er und sein Vater haben in den letzten Jahren gelernt: Nur die Geschichte eines Gasthofes reicht nicht aus, damit dieser Gasthof überleben kann. Deshalb reden sie nun kaum noch über die Geschichte, deshalb zählt für die beiden und für ihr Personal vor allem die Gegenwart. „Wir arbeiten im Hier und Jetzt“, sagt Heitmann junior.

Ganz entkommen können sie ihrer Vergangenheit dennoch nicht. Denn der Leutnant Otto von Laun, der damals als junger Offizier hier über die Kapitulation Hamburgs verhandelte, hat lange ganz in der Nähe, in Ahrensburg, gelebt. Er blieb dem Gasthof und dem wichtigsten Tag in seinem Leben bis zu seinem Tode treu: 1987 traf er sich hier noch einmal mit Captain Thomas Martin Lindsay zum Mittagessen, 42,5 Jahre, nachdem sie als junge Offiziere an demselben Tisch über eine mögliche Kapitulation Hamburgs gesprochen hatten. Und an jedem 29. April eines Jahres lud Leutnant von Laun Freunde zu Hochzeitssuppe, Spargel mit Schinken und Eis mit Erdbeeren nach Meilsen ein – das letzte Mal vor 15 Jahren.

Damals übrigens, nachdem Otto von Laun die Gespräche mit den Briten hier im Gasthof geführt hatte, wurden er und Stabsarzt Burchard noch länger von Captain Lindsay in Buchholz-Meilsen festgehalten. Den Zivilisten Schäfer dagegen ließ Lindsay schon früher wieder gehen: Mit dem hatte der Brite am Morgen des 30. April sehr konkret über eine Kapitulation Hamburgs gesprochen – von Laun und Burchard hatten sich in den Gesprächen mit dem General dagegen bedeckt gehalten.

Doch Schäfer scherte sich nicht um Zuständigkeiten und schaffte einen Brief des britischen Generalmajors und eine Bestätigung der Verschonung des Lazaretts, unter der Einlegesohle im rechten Schuh versteckt, persönlich zu Hamburgs Kampfkommandanten Alwin Wolz. Der Inhalt: die formelle Aufforderung zur Kapitulation. Wolz öffnete den Brief am 30. April. Gemeinsam mit Gauleiter Karl Kaufmann entschied er, die kampflose Übergabe der Stadt vorzubereiten – noch bevor die Nachricht vom Selbstmord Hitlers die Stadt erreichte.

Es war der 2. Mai 1945, als der britische Befehlshaber General Sir Miles Dempsey in einem Telefonat von der Bereitschaft hörte, Wolz würde Hamburg aufgeben. Er bestellte ihn für den nächsten Vormittag zu sich ins Hauptquartier ein. Dort sollte Wolz formell die Kapitulation unterschreiben, bevor die Briten Hamburg besetzten. Der Hamburger Kommandant musste dafür noch weiter gen Süden fahren als das Trio Schäfer, Burchard und von Laun vor ihm. 65 Kilometer Richtung Südosten führte Wolz die Fahrt am 3. Mai 1945, bis kurz hinter Lüneburg.

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Bis hierher: Die Straße ist staubig, das Schild leuchtet in frischem Blau, Margarete-Endemann-Weg steht darauf. Rechts beraten sich zwei junge Familienväter über die Gestaltung des unfertigen Vorgartens, links versucht sich ein Mädchen mit Helm auf dem Kopf im Rollschuhlaufen. Hinter einer Scheibe putzt eine Hand das Fensterglas mit Blick aufs Grüne, die Vögel rufen sich, und die nächste größere Straße ist zu weit weg, um gehört zu werden. Und ganz am Ende des Weges liegt ein totes Haus. Darin scheint kein Licht, draußen sind Bretter vor die Fenster genagelt. Ausgeblichenes Holz und schmutzig-weißer Putz teilen sich die Fassade. Das Haus ist leer, seit Jahren ungenutzt.

In eben dieses Haus führte Kampfkommandant Alwin Wolz seine Fahrt vor genau 70 Jahren. Denn in diesem Haus war das zweite taktische Hauptquartier der britischen Armee, die das Gebäude während des Krieges beschlagnahmt hatte. In diesem Haus wurde Wolz vom britischen Befehlshaber Sir Miles Dempsey erwartet. In diesem Haus wurde am 3. Mai die Kapitulationsvereinbarung vorgelesen, jeder Satz einzeln übersetzt. Wolz unterschrieb.

Heute erinnert nur noch ein weißes Schild mit schwarzer Schrift am Zaun an das Ereignis: „Am 3. Mai 1945 wurde hier die Kapitulation Hamburgs vollzogen“, steht darauf; das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat es anbringen lassen, nachdem ein Lüneburger Historiker dafür gesorgt hatte.

Damals, am 3. Mai 1945, nachdem Wolz die Kapitulation unterschrieben hatte, rollten nur Stunden später britische Panzer in Hamburg ein. Um 18.25 Uhr übergab Wolz am Rathausmarkt die Stadt den Briten. Die Kapitulation der Metropole mit dem letzten Hafen zur Versorgung der deutschen Schiffe, ein deutliches Signal für den ganzen Norden: Einen Tag nach Hamburg, am 4.Mai, kapitulierte Nordwestdeutschland, auf dem Timeloberg, acht Kilometer von dem toten Haus am südlichen Stadtrand Lüneburgs entfernt.

Auf einem Findling steht: „Kapitulation auf dem Timeloberg. 4. Mai 1945. Nie wieder Krieg“. Der Stein steht zwischen Sand und Kiefern. Das Gelände ist ein Standortübungsplatz.

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