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Frühmorgens fuhren wir los, an einem Tag Ende Oktober 1989. Mit einem Reisebus starteten wir in der Warburgstraße nahe der Außenalster, am damaligen Verlagssitz von Gruner + Jahr. 17 Schüler der Henri-Nannen-Schule und unser Schulleiter Wolf Schneider. Es war die Abschlussreise des 10. Lehrgangs. Unsere Ausbildung an der Journalistenschule ging zu Ende. Das galt auch für die Geschichte der DDR. Doch das wussten wir an jenem Morgen nicht.

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Über den hessischen Grenzübergang Herleshausen gelangten wir ins andere Deutschland. Dort gab es erst einmal Geld: viermal 25 Mark Ost je Person, Zwangsumtausch eins zu eins Westmark gegen Ostmark für vier Tage Aufenthalt. Der eine oder andere von uns hatte in Hamburg obendrein noch ein kleines Geldbündel schwarz getauscht, eins zu sieben oder eins zu acht, falls es attraktive Mitbringsel jenseits des Eisernen Vorhangs gäbe.

Wir besuchten die Wartburg nahe Eisenach, die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald bei und das Goethehaus in Weimar, wir sahen Erfurt und Ost-Berlin, betrachteten die Überreste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frauenkirche in Dresden und die Pracht von Schloss Sanssouci bei Potsdam. Unterwegs machte uns die Reiseleiterin, eine biedere Dame mittleren Alters, schnell klar: Der Bewahrer, aber auch der Erneuerer deutscher Geschichte, das ist die DDR – in gerader Linie von Luthers Reformation bis zu Friedrich dem Großen, von Schiller und Goethe in Weimar bis zum Aufbau eines besseren Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die preußischen Tugenden des Großen Fritz? Eins zu eins Deutsche Demokratische Republik. Geheime Netzwerke von Häftlingen in Konzentrationslagern wie Buchenwald? Geknüpft von Kommunisten. Die deutschen Bauernkriege des 16. Jahrhunderts? Geistiges Fundament des Arbeiter- und Bauernstaates auf ostdeutschem Boden. Das offizielle Selbstbewusstsein der DDR funktionierte nach wie vor erstaunlich reibungslos.

Für Wolf Schneider war es ein Experiment. Unser Lehrmeister, geboren 1925 in Erfurt und als junger Mann Soldat der Wehrmacht, war ein bekennender Hasser von Diktatoren und Diktaturen. Unter anderem hatte er in den 70er-Jahren als Chefredakteur für kurze Zeit die „Welt“ geleitet, bei der man „DDR“, wie damals im Hause Springer üblich, konsequent in Anführungsstrichen schrieb. 1989 versuchte er seine persönliche Entspannungspolitik. Zu Beginn des Jahres lud er einen Professor der Ost-Berliner Humboldt-Universität nach Hamburg ein, der Journalisten für den Einsatz im Ausland schulte. Der Mann sollte mit uns seine Vorstellungen von Journalismus diskutieren und auch die Aussichten der deutschen Zweistaatlichkeit. Vom Fortschrittsdrang Ost-Berlins berichtete der Funktionär an jenem Tag in unserem alten Schulhaus in der Fontenay-Allee. Und von der Vitalität der DDR, bei allen Problemen, die es nun mal so gebe.

Doch von Lebendigkeit war bei unserem Besuch Monate später nichts zu sehen. Der Himmel grau verhangen, die Straßen oft menschenleer. Die Außenmauern der historischen Gebäude erschienen uns wie Fassaden Potemkinscher Städte. Die meisten Wohnhäuser hingegen wurden nicht einmal mehr notdürftig übertüncht, um einen guten Eindruck vorzugaukeln. Vor den Kirchen in Dresden brannten Kerzen, versammelten sich Demonstranten und im Abstand davon die Volkspolizei. Andernorts zogen sich die Menschen in ihre Privatheit zurück, wie jene älteren Leute, die wir in Weimar kennenlernten und die abends einige von uns zum Bier in ihre Wohnung einluden.

Dabei gärte es im Land seit Monaten gewaltig. Tausende Bürger flohen über Ungarn und die Tschechoslowakei in die Bundesrepublik. Erich Honecker war von seinen Mitstreitern im Politbüro wenige Tage vor unserer Reise zum Rücktritt von allen Ämtern gezwungen worden, auch angesichts der Montagsdemonstrationen in Leipzig, die am 9.Oktober 1989 eine Volksbewegung hervorgebracht hatten.

Doch in der Weimarer Altbauwohnung herrschte – zwischen Topfpflanzen und Kräuterbeeten, dicken Teppichen und schweren alten Sesseln – eher Resignation. An den grinsenden Reformer Egon Krenz, den neuen Generalsekretär der SED, mochten unsere Gastgeber nicht glauben. Mit Wolf Schneider hingegen rollten wir, später an jenem Abend zurück im Hotel, die politische Landkarte neu aus. Verstört von unseren Eindrücken, vom Verfall des real existierenden Sozialismus, getrieben von der Frage, wohin das in den kommenden Monaten wohl führen würde. Wie das gehen sollte: Gäbe es zwei deutsche Staaten künftig vielleicht ohne befestigte Grenze in Freundschaft miteinander? Oder würde die Fluchtwelle aus der DDR am Ende in Chaos, in Bürgerkrieg oder gar in Krieg zwischen Ost und West enden? Bei mitgebrachtem argentinischen Rotwein wurde Schneiders Ton im Hotelsofa schärfer. Notfalls müssten wir im Westen eben Millionen Flüchtlinge aus der DDR aufnehmen. Das, meinte er, habe man mit den Schlesiern, den Pommern, den Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich auch geschafft. Der ostdeutsche Concierge hörte es mit Interesse.

Abgesehen davon aber verlief unsere Reise ruhig, nachdenklich. Mir selbst war die DDR stets präsent gewesen. Meine Eltern waren aus Thüringen über Ost-Berlin in den Westen geflohen. Am 12. August 1961 hatten sie, ihre Fahrräder schiebend, das Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule durchquert, nicht ahnend, dass SED-Chef Walter Ulbricht die DDR gut 16 Stunden später endgültig einmauern würde. Als Kind war ich mit ihnen in den 60er-Jahren zu Besuchen bei Verwandten nach Ostdeutschland gereist.

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Der Geruch von Braunkohlebriketts und Zweitaktbenzin auf den Straßen, von Putz- und Desinfektionsmitteln in den Gebäuden war mir Ende Oktober 1989 sofort wieder vertraut. Auch die seltsamen Autos, die ich fasziniert betrachtete, vor allem die alten Ifa-Lastwagen und Ikarus-Busse. Gegen ostdeutsches Essen hatte ich nichts einzuwenden: Die „Bockwurst Pappe“, Wurst auf Pappteller, war so dick und saftig wie keine im Westen. Auch die Soljanka und das Bier dazu schmeckten stets vorzüglich. Und die Schrippen am Morgen rochen wie echte Brötchen. Einen Mitschüler allerdings, der das gemeinsame Mittagessen auf der Wartburg gern ausgelassen hätte, ging die Reiseleiterin recht unfreundlich an: „Sie sind ja ein Außenseiter!“

So erreichten wir als letztes Reiseziel Ost-Berlin, quartierten uns im Palasthotel ein und erkundeten die Hauptstadt der DDR: den imposanten Fernsehturm und den „Palazzo di Protzo“, wie die Ostdeutschen das riesige Veranstaltungszentrum „Palast der Republik“ gern nannten, die Museumsinsel und den Berliner Dom. Im Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz investierte ich in ein Jackett aus Polyester, das ich später nie trug. Auch eine mehrhundertseitige Biografie des Bauernkriegshelden Thomas Müntzer fand den Weg in meinen Reisekoffer. Dennoch behielt ich manche Ostmark übrig. Hotel und Grundverpflegung zahlte die Schule. Für den Rest hatten wir einfach zu viel Bares dabei. Wir verschenkten es am Ende an die Bedienungen im Hotel.

Mit den ostdeutschen Journalistenschülern trafen wir uns zum Gegenbesuch in der Humboldt-Universität. Hölzern berichteten sie von ihrer Hoffnung, interessante Einsätze im Ausland erleben zu dürfen, welchen „Informationsauftrag“ man ihnen dabei auch immer mitgeben wollte.

Sie vergaßen nicht zu erwähnen, dass sie Vorschläge zur Entwicklung einer noch moderneren DDR beim nächsten Parteitag der SED im Frühjahr 1990 einbringen wollten. Einige von ihnen begleiteten uns auf unserem Weg zum Brandenburger Tor noch ein paar Meter Unter den Linden entlang. Am Brandenburger Tor sahen wir nur wenige Menschen an jenem Tag, abgesehen von den Grenzsoldaten, die dort wie immer patrouillierten.

Aktivität aber herrschte am Alexanderplatz. Tribünen wurden aufgebaut, Lautsprecher installiert. Am 4. November demonstrierten im Zentrum Ost-Berlins ein halbe Million, nach mancher Schätzung bis zu eine Million Menschen für verfassungsmäßige Rechte, für Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit, für den Aufbau eines demokratischen Staatswesens. Manch einer der Redner, etwa der vormalige Stasi-Auslandschef Markus Wolf und SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, glaubten noch immer an die Erhaltbarkeit ihres Unrechtsstaates. Die Demonstration, einen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Einheit, verpassten wir um drei Tage. Auf dem Transit von Berlin nach Hamburg, penibel kontrolliert von DDR-Grenzern, waren wir wieder nach Hause gereist, leider zu früh. Mancher von uns kam später zurück nach Ostdeutschland, nicht nur privat, sondern auch als Journalist, um zu beschreiben, wie aus zwei deutschen Staaten einer wurde.

Bei einer Geburtstagsfeier sprach ich kürzlich mit Rainer März über jene Tage in Ost-Berlin. Am Abend des 9. November 1989 stand der Kameramann mit einem Team von Spiegel TV am Grenzübergang Bornholmer Straße. Gegen 19 Uhr hatte SED-Funktionär Schabowski in einer live übertragenen Pressekonferenz gesagt: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Es war, unbedacht formuliert, das Versprechen auf Reisefreiheit für DDR-Bürger. Zögerlich erst, doch in wachsender Zahl gingen Ost-Berliner nun zu den Grenzübergängen wie jenem am Prenzlauer Berg.

Nur ein einziger Film zeigt, was auf der Ostseite der Mauer dann geschah. Der Beitrag des Spiegel-TV-Reporters Georg Mascolo und seiner Kollegen wurde später in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen.

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Gegen 23.30 Uhr hatten die Grenzschützer, in unklarer Befehlslage, dem Druck der Menschen nachgegeben, die Passkontrolle eingestellt, den Schlagbaum an der Bornholmer Straße geöffnet. Was der direkte Auslöser dafür gewesen sei, fragte ich Rainer, der damals direkt daneben stand. „Vielleicht war es ja der Moment“, sagte er im Spaß mit seinem Berliner Akzent, „als wir das Licht auf unserer Kamera anknipsten.“ Es war die Nacht, es war der Augenblick, als die Berliner Mauer fiel.

Die Serie im Überblick:

Teil 1: Eine Liebe in Zeiten der Stasi

Teil 2: Auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs

Teil 3: Jugendaustausch mit dem Klassenfeind

Teil 4: Eine Hochzeit im Niedergang

Teil 5: Reise in einen zerfallenden Staat

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Teil 6: Die Nächte von Leipzig

Teil 7: Mauerfall im Münsterland

Teil 8: Per Daumen durch die Zone

Teil 9: Meine erste Banane war eine Ananas

Teil 10: Das glücklichste Volk der Welt

Teil 11: Mehr Demokratie wagen

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